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Bilanzierung von Bitcoin | Teil 2

Hier der zweite Teil zum Thema "Bilanzierung von Bitcoin"

Fraglich ist, wie die Folgebewertung erfolgt, wenn das Bitcoin-Guthaben zu verschiedenen Zeitpunkten entstanden ist und zum Bilanzstichtag im Guthaben enthaltene Bitcoins teilweise zu Anschaffungskosten über und teilweise unter dem aktuellen Börsenkurs erworben wurden. Grundsätzlich gilt das Gebot der Einzelbewertung (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB). Aufgrund des gesetzlichen Wortlauts der §§ 240 Abs. 3, 256 Satz 1 HGB kommen dort genannte Bewertungsvereinfachungsverfahren für bestimmte Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens und für bestimmte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Betracht. Eine Bewertung mit dem gewogenen Durchschnittswert gem. § 240 Abs. 4 HGB i. V. m. § 256 Satz 2 HGB kommt z. B. für bewegliche Vermögensgegenstände (in der Praxis üblicherweise auch bei Wertpapieren) in Betracht. Immaterielle Vermögensgegenstände qualifizieren in Teilen der Literatur als unbewegliche Vermögensgegenstände, nach a. A. sind sie als unkörperliche Werte weder beweglich noch unbeweglich.

Als (Zwischen-)Ergebnis ist festzuhalten, dass diejenigen Bitcoins mit Anschaffungskosten oberhalb des zum Bilanzstichtag aktuellen Börsenkurses außerplanmäßig auf den Börsenkurs abzuschreiben sind, während bei Bitcoins mit Anschaffungskosten unterhalb des zum Bilanzstichtag aktuellen Börsenkurses stille Reserven entstehen. Bei im Anlagevermögen ausgewiesenen Bitcoins ist Voraussetzung für eine außerplanmäßige Abschreibung zudem eine dauerhafte Wertminderung.

Komplizierter wird es im Fall der unterjährigen Verwendung von Bitcoins (sprich, welche Bitcoins mit welchen Anschaffungskosten verwendet werden), spätestens aber bei der Bewertung der zum Bilanzstichtag noch verbliebenen Bitcoins (sprich, welche Bitcoins bereits unterjährig abgegangen und welche Bitcoins zum Bilanzstichtag noch im Bestand vorhanden sind). Nach h. M. gilt die Durchschnittsmethode des § 240 Abs. 4 HGB auch für Wertpapiere und für flüssige Mittel in fremder Währung. Ob diese Vermögensgegenstände realiter die Voraussetzung «beweglich» erfüllen, ist indes fraglich. U. E. erscheint es vertretbar, die Durchschnittsbewertung auch für Bitcoin-Guthaben anzuwenden.

Sofern eine bestimmte Kryptowährung bereits (gesetzliche) Zahlungsmittel- oder zahlungsmittelähnliche Funktionen erlangt hat und deren jederzeitiger Umtausch in Fiatwährung gegeben, d. h. hoch liquide ist, wäre ein Ausweis im Posten „Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten“ zulässig, ggf. zwingend. Voraussetzung hierfür wäre jedoch eine entsprechende Änderung der Postenbezeichnung und somit des Inhalts nach § 266 Abs. 2 B. IV. HGB i. S. e. Erweiterung des Postens um «alternative» oder «digitale» Währungen durch den Gesetzgeber.

 

Diese fachlichen Informationen können den zugrundeliegenden Sachverhalt oftmals nur verkürzt wiedergeben und ersetzen daher nicht eine individuelle Beratung durch Ihren Steuerberater.

 

 

 

Quelle: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei_co/Bilanzierung-von-Bitcoin_170_481682.html

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