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Trinkgeld als Betriebsausgabe geltend machen und buchen | Teil 2

Trinkgeld kann im oder auf dem Beleg quittiert werden

Das gezahlte Trinkgeld kann in der maschinell erstellten und registrierten Rechnung (dem Kassenbon oder der Rechnung, bzw. Kleinbetragsrechnung) gesondert ausgewiesen werden. In der Praxis wird dies relativ selten praktiziert und das zusätzlich gewährte Trinkgeld nicht ausgewiesen. Grund hierfür ist, dass der Kunde nach der Rechnung verlangt und erst dann über die Trinkgeldhöhe entscheidet.

Für den Nachweis der Trinkgeldzahlung gelten die allgemeinen Regelungen der Feststellungslast. Da es sich um einen steuermindernden Vorgang handelt, liegt diese beim Trinkgeldgeber. Der Nachweis über Trinkgeld kann beispielsweise auch dadurch geführt werden, dass der Trinkgeldempfänger den Betrag auf der Rechnung quittiert (BMF, Schreiben v. 21.11.1994, IV B 2 – S 2145 – 165/94, BStBl 1994 I S. 855 und Schreiben v. 23.3.2015, IV A 2 – O 2000/14/10001, BStBl 2015 I S. 278).

 

Es geht auch ohne Nachweis – ein Eigenbeleg hilft

Die angestellten Trinkgeldnehmer scheuen sich, den Erhalt des Trinkgelds zu quittieren, da sie die steuerliche Handhabung nicht kennen. Vielfach gehen Sie davon aus, dass sie das quittierte Trinkgeld in der Steuererklärung angeben müssen. Ihnen ist nicht bewusst, dass auch das quittierte Trinkgeld steuerfrei ist.

Als Notlösung bietet sich für den Trinkgeldgeber der Eigenbeleg an. Nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung verlangt jede Buchung einen Beleg. Voraussetzung für den Eigenbeleg ist, dass die Ausgaben

  • tatsächlich entstanden und
  • durch den Betrieb veranlasst sind.

Die geschäftliche Veranlassung lässt sich durch die zugrundeliegende Kostenrechnung nachweisen.

Lediglich bei der Frage, ob die Kosten entstanden sind, wird an die Ehrlichkeit des Trinkgeldgebers appelliert.

 

Praxis-Tipp: Eigenbeleg sollte alle wichtigen Angaben enthalten

Die Finanzämter haben in Betriebsprüfungen immer ein wachsames Auge auf Eigenbelege. Diese werden besonders sorgfältig geprüft. Deshalb ist es immer von Vorteil, im Eigenbeleg möglichst alle Informationen aufzunehmen, die bekannt sind. Beispielsweise die Namen der Teilnehmer bzw. den Namen des Kellners. Hat das Finanzamt Zweifel an der Echtheit des Ersatz- bzw. Notbelegs, muss der Unternehmer nachweisen, dass der Beleg den tatsächlich vorgefallenen Geschäftsvorgang wahrheitsgetreu widerspiegelt (BFH, Urteil v. 15.5.1996, X R 99/92, BFH/NV 1996 S. 891, Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil v. 16.1.2013, 4 K 214/11, DStRE 2014 S. 753).

 

Restaurantrechnung: Rechnung und Trinkgeld richtig buchen

Praxis-Beispiel: Restaurantrechnung wird gezahlt

Ein Unternehmer bewirtet in einem Restaurant Kunden. Er erhält eine ordnungsgemäße Rechnung über 419,80 EUR. Grund der Bewirtung und die teilnehmenden Personen werden vermerkt. Bei der Zahlung per Kreditkarte weist er den Kellner an, den Betrag auf 450 EUR zu erhöhen, der Restbetrag sei Trinkgeld. Das Trinkgeld wird auf der Rechnung quittiert. Der Gesamtbetrag muss wie folgt aufgeteilt werden

  Kosten/EUR Vorsteuer/'EUR
Trinkgeld (450,00 EUR – 419,80 EUR) 30,20  
Vorsteuer aus der Rechnung (419,80 EUR : 1,19 × 0,19)   67,03
Kosten aus der Rechnung (419,80 EUR : 1,19) 352,77  
Zwischensumme 382,97 67,03
steuerlich abzugsfähig (Kosten 70 % – Vorsteuer 100 %) 268,08 67,03
nicht abzugsfähige Kosten 114,89  

Konto SKR 03 Soll

Kontenbezeichnung Betrag

Konto SKR 03 Haben

Kontenbezeichnung Betrag
4650 Bewirtungskosten (70%) 268,08 1210 Bank / Kreditkarte 450,00
4654 Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten (30 %) 114,89      
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 67,03      

 

Konto SKR 04 Soll

Kontenbezeichnung Betrag

Konto SKR 04 Haben

Kontenbezeichnung Betrag
6640 Bewirtungskosten (70%) 268,08 1810 Bank / Kreditkarte 450,00
6644 Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten (30 %) 114,89      
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 67,03      

 

Diese fachlichen Informationen können den zugrundeliegenden Sachverhalt oftmals nur verkürzt wiedergeben und ersetzen daher nicht eine individuelle Beratung durch Ihren Steuerberater.

 

 

Quelle: https://www.haufe.de/finance/buchfuehrung-kontierung/trinkgelder-an-arbeitnehmer-und-unternehmer/trinkgeld-als-betriebsausgabe-geltend-machen-und-buchen_186_421626.html

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