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Berechnung der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte | Teil 2

Steuerberaterin wendete 0,002 %-Regelung für die Entfernungspauschale an
Die Klägerin war als Steuerberaterin selbstständig tätig, unter anderem auch in den Kanzleiräumen eines Kollegen. Im Streitjahr unternahm sie 85 Fahrten bei einer einfachen Entfernung von ihrer Wohnung von 30 Kilometern.In ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung erklärte sie für die Privatfahrten mit dem betrieblichen Pkw folgende Einnahmen und Ausgaben:
  • Den nach der 1 %-Methode ermittelten Nutzungsanteil von 4.428 EUR erfasste sie als Einnahme,
  • die Fahrzeugkosten von 6.035,60 EUR als Ausgabe.
Für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ermittelte sie den Nutzungsanteil dadurch, dass sie den Listenpreis des Fahrzeugs mit dem Faktor 0,002 % und den Entfernungskilometern multiplizierte.
Hiervon zog sie die Entfernungspauschale von 0,30 x 30 Kilometer x 85 Tage = 765 ab, sodass sich ein Hinzurechnungsbetrag von 1.069,50 EUR ergab.
Das Finanzamt lehnte diese Art der Berechnung ab. Es berechnete den Unterschiedsbetrag vielmehr mit 0,03 % des Listenpreises mit der einfachen Wegstrecke. Hiervon zog es die wie von der Klägerin ermittelte Entfernungspauschale ab, sodass sich ein Hinzurechnungsbetrag von 3.220,20 EUR ergab. Gegen die entsprechende Steuerfestsetzung erhob die Klägerin Einspruch, der keinen Erfolg hatte. Hingegen gab das Finanzgericht der Klägerin Recht, ließ jedoch die Revision zu.
 
BFH: Finanzverwaltung hat richtig gerechnet
Der BFH sah die Revision als begründet an. Seiner Ansicht nach hat die Finanzverwaltung die Berechnung des Hinzurechnungsbetrages für die Fahrten zwischen der Wohnung der Klägerin und der Arbeitsstätte im Betrieb des Kollegen zutreffend vorgenommen.Entgegen der Auffassung des Finanzgerichts ist dabei der Hinzurechnungsbetrag für jeden Kalendermonat so zu ermitteln, dass 0,03 % des Listenpreises mit den Entfernungskilometern multipliziert werden und hiervon der Betrag der Entfernungspauschale abgezogen wird.
Zwar hat der BFH für die Fälle der privaten Nutzung eines betrieblichen Fahrzeuges durch einen Arbeitnehmer die Auffassung vertreten, dass bei einer deutlich geringeren Zahl von Fahrten als 15 eine Einzelbewertung der Fahrten möglich sein muss.
Diese Rechtsprechung ist aber nicht auf die Ermittlung des Hinzurechnungsbetrages in Fällen der Ermittlung des privaten Nutzungsanteils durch einen Selbstständigen übertragbar. Der eindeutige Gesetzeswortlaut spricht gegen eine Berechnung wie sie die Klägerin vorgenommen hat.
 
Diese fachlichen Informationen können den zugrundeliegenden Sachverhalt oftmals nur verkürzt wiedergeben und ersetzen daher nicht eine individuelle Beratung durch Ihren Steuerberater.
 
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