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Schwarzer Anzug als Berufskleidung?! | Teil 1

Aufwendungen für sog. "bürgerliche Kleidung" sind grundsätzlich nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgabe abziehbar. Es stellt sich aber die Frage, ob ein schwarzer Anzug in Ausnahmefällen eine Berufskleidung sein kann.

Vorliegen typischer Berufskleidung

Zur typischen Berufskleidung (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG) gehören solche Kleidungsstücke, die ihrer Beschaffenheit nach objektiv nahezu ausschließlich nur für die berufliche Nutzung bestimmt und geeignet und wegen der Eigenart des Berufs nötig sind. Kleidungsstücke, deren Benutzung als normale bürgerliche Kleidung im Rahmen des Möglichen und Üblichen liegt, scheiden als typische Berufskleidung aus. Zur typischen Berufskleidung gehört z. B. Bergarbeiterkleidung, typische Schutzkleidung wie Helme und Bürokittel, Sicherheitsschuhe, Amtstrachten und Uniformen. Der Charakter als typische Berufskleidung geht bei dieser Kleidung auch nicht verloren, wenn die Kleidung (geringfügig) privat genutzt wird.

 

Kein Werbungskostenabzug für bürgerliche Kleidung

Unter bürgerlicher Kleidung versteht man solche Kleidungsstücke, die entsprechend den regionalen und zeitlichen Gepflogenheiten von der Bevölkerung im täglichen Leben üblicherweise sowohl beruflich als auch privat getragen werden können. Hierzu gehören z. B. weiße Hemden, normale Hosen, Anzüge sowie schwarze Schuhe. Damit im Zusammenhang stehende Aufwendungen bewirken keinen Werbungskostenabzug, auch wenn feststeht, dass die Kleidungsstücke ausschließlich bei der Berufsausübung benutzt werden. Denn anders als bei der typischen Berufskleidung würde die bürgerliche Kleidung auch ohne den entsprechenden Beruf angeschafft und getragen.

 

Ausnahmefälle: Private Nutzung so gut wie ausgeschlossen

Ausnahmsweise können aber auch solche Kleidungsstücke zur typischen Berufskleidung gehören, die ihrer Art nach der bürgerlichen Kleidung zuzurechnen sind. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Verwendung dieser Kleidungsstücke für Zwecke der privaten Lebensführung aufgrund berufsspezifischer Eigenschaften so gut wie ausgeschlossen ist. Ist eine private Nutzungsmöglichkeit der Kleidung objektiv nicht so gut wie ausgeschlossen, kommt auch eine gegebenenfalls teilweise Zurechnung der Aufwendungen zu den Werbungskosten oder Betriebsausgaben grundsätzlich nicht in Betracht. Dies gilt auch nach dem Beschluss des Großen Senats des BFH vom 21.9.2009 (GrS 1/06, Haufe Index 2276796) zur Möglichkeit der Aufteilung der Aufwendungen für eine gemischt veranlasste Reise (vgl. BFH, Beschluss v. 13.11.2013, VI B 40/13, Haufe Index 6338583).

Forsetzung folgt

 

Diese fachlichen Informationen können den zugrundeliegenden Sachverhalt oftmals nur verkürzt wiedergeben und ersetzen daher nicht eine individuelle Beratung durch Ihren Steuerberater.

 

Quelle: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei_co/Schwarzer-Anzug-als-Berufskleidung_170_477750.html

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